Studieren ohne matura in der schweiz wege zum studium für erwachsene
Studieren ohne Matura ist in der Schweiz 2026 für Erwachsene über verschiedene Wege möglich, etwa Passerelle, Ergänzungsprüfung, Berufsmaturität, Aufnahme sur Dossier oder Zugang über Fachhochschulen. Der passende Weg hängt von Berufserfahrung, gewünschter Hochschule, Studienrichtung und Vorbereitung ab. Wichtig sind Zulassungsvoraussetzungen, Fristen, Kosten, Finanzierung und Beratung durch die jeweilige Institution.
Studium ohne Matura: Welche Optionen gibt es?
In der Schweiz ist ein Hochschulstudium ohne Matura möglich, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen dem Weg an eine Fachhochschule (FH) und dem Weg an eine universitäre Hochschule oder die ETH. Fachhochschulen akzeptieren in vielen Fällen einen Berufsabschluss mit Berufserfahrung als Zulassungsbedingung. Universitäten hingegen verlangen in der Regel eine gymnasiale Matura oder eine gleichwertige Qualifikation. Für beide Hochschultypen gibt es jedoch geregelte Alternativwege, die Erwachsenen eine reale Chance bieten.
Passerelle und Ergänzungsprüfung als offizieller Weg
Ein zentraler Weg für Berufsleute mit einer Berufsmatura ist die sogenannte Passerelle, auch Ergänzungsprüfung genannt. Diese Prüfung ermöglicht es, nach dem Bestehen einer Ergänzungsprüfung von der Berufsmatura zur universitären Hochschulreife aufzusteigen. Die Ergänzungsprüfung umfasst Fächer wie Deutsch, eine zweite Landessprache, Englisch, Mathematik sowie eine Wissenschaft nach Wahl. Eine Vorbereitung dauert je nach Vorwissen zwischen einem halben und einem ganzen Jahr. Wer die Passerelle besteht, erhält den sogenannten Ausweis, der schweizweit an Universitäten und der ETH anerkannt wird.
Studium sur Dossier: Zulassung für erfahrene Erwachsene
Eine weitere Möglichkeit ist das sogenannte Studium sur Dossier. Dieser Weg richtet sich an Personen, die mindestens 30 Jahre alt sind und über mehrjährige Berufserfahrung sowie nachgewiesene Fachkenntnisse in einem relevanten Bereich verfügen. Anstelle eines formalen Abschlusses reicht man ein ausführliches Dossier ein, das den eigenen Werdegang, bisherige Qualifikationen und die Motivation zum Studium dokumentiert. Die Zulassung erfolgt durch die jeweilige Hochschule und ist nicht garantiert. Dieses Verfahren wird unter anderem an der Universität Zürich, der Universität Bern und weiteren Schweizer Universitäten angeboten.
Vorbereitungskurse gezielt nutzen
Wer eine Ergänzungsprüfung ablegen oder sich generell auf ein Studium vorbereiten möchte, findet in der Schweiz ein breites Angebot an Vorbereitungskursen. Diese werden von privaten Schulen, kantonalen Schulen sowie Online-Anbietern durchgeführt. Thematisch decken die Kurse oft genau die Prüfungsinhalte der Passerelle ab und helfen dabei, Wissenslücken in Mathematik, Sprachen oder Naturwissenschaften zu schliessen. Auch spezifische Aufnahmekurse für Fachhochschulen oder berufsbegleitende Vorbereitungsmodule sind verbreitet. Die Qualität und Intensität variiert je nach Anbieter, weshalb ein Vergleich sinnvoll ist.
| Anbieter | Kursart | Merkmale | Geschätzte Kosten |
|---|---|---|---|
| KV Zürich Business School | Passerelle-Vorbereitung | Präsenzunterricht, anerkanntes Institut | CHF 3.500–5.000 |
| Klubschule Migros | Allgemeinbildung / Sprachen | Breites Angebot, flexibel | CHF 500–2.500 |
| Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) | Berufsbegleitende Studiengänge | Online und hybrid, akkreditiert | CHF 4.000–8.000 pro Jahr |
| IMS Zürich | Passerelle / Matura-Vorbereitung | Kleinklassen, individuelle Betreuung | CHF 6.000–9.000 |
| Onlinekurse (z.B. Coursera, edX) | Ergänzende Fachkurse | Flexibel, international | CHF 0–500 pro Kurs |
Die in diesem Artikel genannten Preise und Kostenschätzungen basieren auf den zuletzt verfügbaren Informationen und können sich im Laufe der Zeit ändern. Es wird empfohlen, vor einer finanziellen Entscheidung eine eigenständige Recherche durchzuführen.
Finanzierung und Beratung richtig angehen
Die Kosten für Vorbereitungskurse und ein anschliessendes Studium können erheblich sein. In der Schweiz gibt es jedoch verschiedene Möglichkeiten zur Finanzierung. Stipendien werden kantonal vergeben und richten sich nach finanziellen Verhältnissen und Studienleistungen. Darüber hinaus bieten viele Arbeitgeber Weiterbildungsbeiträge an, besonders wenn das Studium mit der aktuellen Tätigkeit in Verbindung steht. Beratungsstellen wie die kantonalen Berufs- und Laufbahnberatungszentren helfen dabei, den passenden Bildungsweg zu finden und über Fördermöglichkeiten zu informieren. Eine frühzeitige Beratung ist empfehlenswert, um den für die eigene Situation optimalen Weg einzuschlagen.
Ein Studium ohne gymnasiale Matura ist in der Schweiz kein Ausnahmefall mehr. Mit der richtigen Vorbereitung, einem klaren Ziel und der Nutzung offizieller Zulassungswege wie der Passerelle oder dem Studium sur Dossier stehen Erwachsenen reale Chancen auf einen Hochschulabschluss offen.